Am Passo del Lupo, etwa vier Kilometer von Sestola entfernt und auf 1.500 Metern Höhe, pflegt die Sektion Modena des Italienischen Alpenvereins (CAI) seit Jahrzehnten einen kleinen Berggarten. Die Idee entstand in den 1930er-Jahren im Wissenschaftlichen Komitee des CAI und beim Botaniker Emilio Chiovenda; 1952 öffnete er als Versuchszentrum für Heilkräuter, und seit den 1980er-Jahren ist er, von Freiwilligen neu belebt, ein echter botanischer Garten, der der Öffentlichkeit offensteht.
Der Name geht auf den Göttergarten der griechischen Mythologie zurück, doch die Stimmung ist die eines Buchenwaldes mit rund dreißig Beeten. Hier wachsen die typischen Pflanzen des Apennins und Arten des Hochgebirges: Edelweiß, Frauenschuh, Gelber Enzian, verschiedene Orchideen und die Türkenbund-Lilie, das Symbol des Gartens. In einem Feuchtgebiet leben fleischfressende Pflanzen und in einem Teich Molche, ein Beet bildet die Sandsteinfelsen des Cimone mit ihrer Flora nach, ein anderes vereint Heilpflanzen, auch giftige wie Eisenhut und Tollkirsche.
Ein Sinnespfad lädt dazu ein, die Pflanzen zu berühren und an ihnen zu riechen. Der Garten arbeitet mit dem Botanischen Garten der Universität Modena und Reggio Emilia und mit dem CNR zusammen, um die seltensten Arten zu erhalten.